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Aus für die Space Night - hat die GEMA den Bogen überspannt?

Space Night

Ein Piratengedanke von Christian Hufgard

Eine der erfolgreichsten Underground-Sendungen des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks steht vor dem Aus. Wie heute bekannt wurde, hat BR Alpha beschlossen, die »Space Night« einzustellen. Der Grund dafür sind die laufenden Verhandlungen zur Neugestaltung der GEMA-Beiträge mit der ARD. Bei einer Fortführung der Sendung würden die Kosten für die Ausstrahlung auf einen niedrigen siebenstelligen (!) Betrag nur für die Musikrechte ansteigen. Laut dem neuen Gebührenkatalog müssen Fernsehveranstaltern für eine Sendung die zu 100% mit Musik unterlegt ist, 6% der durch die Sendung generierten Einnahmen an die GEMA zahlen. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden hier mutmaßlich die Rundfunkgebühren als Bemessungsgrundlage herangezogen werden. Der neue Tarif gilt übrigens rückwirkend - seit 2009.

Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA erklärt dazu in bekannt charmanter Art: »Wir freuen uns, nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen eine für alle Seiten zufriedenstellende Einigung erzielt zu haben.«

Seit der Bekanntgabe wird der Bayrische Rundfunk mit einer Welle an Hilfsangeboten überschwemmt - und die Webseite der GEMA mit HTTP-Anfragen. Unter denen, die ihre Hilfe angeboten haben sind auch einige Künstler, die auf dem aktuellen Free! Music! Sampler zu finden sind. Einer von ihnen ist Marco Trovatello. In einem Blogbeitrag erklärt es, dass er der Redaktion Space Night die ausdrückliche Nutzungserlaubns aller Tracks seines (CC-lizensierten) Albums erteilt. Weiter stellt er in Aussicht, dass in in Kürze eventuell auch der gesamte Backkatalogs des kleinen grünen Würfels folgen wird, sofern sein Partner und Gründer Stoffel einverstanden ist.

Es sieht also ganz so aus, als könne die Space Night weiter bestehen - und zwar ohne dass die GEMA auch nur einen einzigen Cent dafür erhalten wird. Dies könnte eine Signalwirkung haben und ein Umdenken im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk einleiten. Für uns Piraten wäre das auch ein Schritt in Richtung Umsetzung unseres Programmes. Falls nicht nur gema-freie sondern unter Creative Commons lizenzierte Musik verwendet würde, könnten die Sendungen unbegrenzt öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Hoffen wir, dass der BR diesen Schritt gehen wird.

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