10 Jahre brutalstmögliche Aufklärung

Heute vor exakt 10 Jahren wurde eine Pressekonferenz abgehalten, wie sie in der Geschichte der Bundesrepublik bis dahin einmalig war. Die CDU musste öffentlich eingestehen, massiv und vorsätzlich gegen Gesetze verstossen zu haben. Roland Koch versprach damals "brutalstmögliche Aufklärung". Doch was folgte war brutalstmögliche Verschleierung.

Den Ahnunglosen konnte Koch am 14. schon nicht mehr spielen, dabei hatte der Christdemokrat noch vier Tage zuvor in Anwesenheit von Sternsingern behauptet, er wisse von keinerlei schwarzen Kassen. "Du sollst kein falsches Zeugnis geben" scheint also eines der 10 Gebote zu sein, das regelmässig in den Beichten des Ministerpräsidenten strapaziert wird. Auch heute muss Koch sich wieder vorwerfen lassen, seine Versprechen nicht zu halten, denn die CDU-geführte Regierung will das den Wählerinnen und Wählern versprochene Nachtflugverbot kippen, das im Rahmen des Flughafenausbaus in Frankfurt vereinbart wurde.

Die Finanzaffäre zeigte deutlich, dass in Deutschland einiges faul ist. "Dass so wissentlich und vorsätzlich gegen Gesetze verstossen werden kann und dies sogar noch straffrei ausgeht, ist ein Skandal", so Ralf Praschak, Stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Hessen. "Es ist höchste Zeit, dass Deutschland hier zu demokratischen Ländern aufschliesst und Anti-Korruptionsgesetze einführt!"

Eine der Grundforderungen der Piraten wurde damals deutlich bekräftigt: Deutschland braucht mehr staatliche Transparenz und mehr Einfluß der Bevölkerung auf die Zusammensetzung der Regierung. "Dass schwerkriminelle Betrüger ein Land regieren dürfen, ist einfach nur noch traurig. Man stelle sich nur vor, ein normaler Bürger würde so einen Betrug begehen. Er hätte wenig Möglichkeiten, sich vor der Strafverfolgung zu drücken. Aber bei einem Politiker reicht ein Ehrenwort, ein paar kantige Sprüche und alles ist wieder gut", schliesst Praschak ab.

Kommentare

Super

Sehr gut das die Leute daran erinnert werden. =)

wat mut

Es müssen taten folgen. Nur von gelaber und schön-wetter-umzügen wird keine revolution los gebrochen.

Es stellt sich nur die Frage,

Es stellt sich nur die Frage, wie es soweit kommen konnte: Hier wird von der aufstrebenden Piratenpartei eine Kiste geöffnet (um im Bild zu bleiben (C:) die von allen politischen Gegnern und auch der Presse brav unter den Teppich gescharrt wurde.
Ähnliches vorgaukeln und verscharren haben wir übrigens auch bei der Steuerfahnderaffäre, bei der Herr Weimar scheinbar parteiintern gut geübtes Aussitzen praktiziert. Schließlich würde es mich nicht wundern wenn das eine - auch über 10 Jahre hinweg - mit dem anderen zu tun hätte.

Lügen ohne Folge

In diesem Fall ist es heraus gekommen. Aber wieviele Fälle sind noch im Dunkeln. Die von uns geforderte Transparenz des Staates würde sicher einiges an den Tag bringen.
Wie dann noch eine glaubwürdige Regierung aussehen könnte würde ich gerne wissen.

Herbert Förster

Ministerpräsident Koch und seine Lügenmärchen

Der brutalstmögliche Verschleierer kommt nur deshalb ungeschoren davon, weil nicht genug Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass sie verarscht werden. Die herrschenden Kreise tun alles, dass das so bleibt.

Ich hoffe, dass es der Piratenpartei gelingt, mehr Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren, dass die kriminellen Machenschaften der sogenannten "Stützen der Gesellschaft" ans Tageslicht gezerrt werden können.

Robert Schwartz, Bensheim

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