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Nein zur Vermarktung der Bewegungsprofile von Mobilfunkkunden

Nach Presseberichten plant der Mobilfunkanbieter Telefonica (O2), Bewegungsdaten seiner Kunden zu verkaufen. Die Piratenpartei Hessen fordert, sowohl die Erstellung als auch die Weitergabe von Kundenprofilen generell zu untersagen, und rät allen O2-Kunden, der Weitergabe ihrer Daten explizit zu widersprechen.
 
»O2 ist nicht der erste Konzern, der seine Kundendaten versilbern möchte. Selbst wenn die Profile anonymisiert werden sollen, ist alleine schon ihre Erstellung ein Vorgang, der keinesfalls durch einen Mobilfunkvertrag mit Kunden abgedeckt sein darf«, kritisiert Juergen Erkmann, Datenschutzexperte der Piratenpartei Hessen, die Pläne des Mobilfunkriesen. »Solche Klauseln im Kleingedruckten schränken die Privatsphäre der Kunden auf unannehmbare Weise ein. Wir erwarten vom Verbraucherschutzministerium, dass es hier eine eindeutige Position bezieht.«
 
Die Piratenpartei setzt sich seit ihrer Gründung für Freiheit von Überwachung ein. Dabei wendet sie sich sowohl gegen staatliche Eingriffe wie die Vorratsdatenspeicherung und INDECT als auch gegen Versuche der Wirtschaft, Kundenprofile zu erstellen und zu vermarkten.
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Kommentare

Bundesvorstand kritisiert diese uerung

http://tarzun.de/categories/14-Politisches

"Das ist nicht die andere, neue Art von Politik, die ich machen möchte"

Kritik an der Kritik

Die Kritik von tarzun greift (ungewohnt?) kurz und ist in einigen Teilen sogar sachlich falsch, denn zumindest in Hessen hatte man sich schon in der Vergangenheit zu einigen von ihm angesprochenen Problemfeldern kritisch geäußert. Bestes Beispiel ist das Listenprivileg, zu dem wir uns bereits seit 2009 positioniert haben (Opt-Out-Days). Dass er zudem negiert bzw ignoriert, dass explizit auf die Anonymisierung eingegangen wird, spricht Bände, dergleichen die Ignoranz gegenüber des recht einfach heraus zu lesenden Bezugs auf die Profilerstellung zum Zwecke des (Fremd-) Marketings genauer die Datensammlung ohne bzw Datennutzung jenseits der gesetzlich vorgeschriebenen Zweckbindung.

Eine Rückfrage, ob er den Text und das Zitat richtig verstanden hat, hat es (selbstverständlich?) nicht gegeben. Es gab der Einfachheit halber überhaupt keine direkte Rückmeldung. Ebenso offenbar keine Beschäftigung damit, woran noch alles gearbeit wurde und wird, um Ausnahmeregelungen einer kritischen Untersuchung und ggf. Revision zu unterziehen. Gerne beschäftigen wir uns mit weiteren Hinweisen zu kritischen Zuständen, aber am lieber in Form konstruktiver Zusammenarbeit, als polemischer Kritik.

Wenn das die "neue" Art von Politik ist, die tarzun machen möchte, bin ich froh, nicht Teil davon zu sein. Zumindest habe ich eine wirklich andere Art der Politikgestaltung hier kennenlernen dürfen - gemeinschaftlich, kritisch und konstruktiv.

Das d Spakeria-Anhänger kein Problem damit haben ist bekannt,...

...aber interessant was andere aus Regierungskreisen dazu sagen:

"[...] Die Bundesregierung hält das Geschäftsmodell für nicht haltbar, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Eine Prüfung für O2 habe ergeben, dass der Handel mit Bewegungsprofilen selbst in anonymisierter Form nicht zulässig ist, sofern der Dienst mit keinem Zusatznutzen verbunden ist – also etwa zur Registrierung von Verkehrsströmen. Nur an diese dürfen Standortdaten in anonymisierter Form oder mit Einwilligung der Smartphone-Nutzer weitergegeben werden, was laut Aussage des Ministeriumssprechers auch für andere EU-Länder gilt. [...]"

Quelle: http://www.computerbase.de/news/2012-11/vermarktung-von-smartphone-beweg...

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