Ein Piratengedanke von André Hoffmann
Deutschland ist gerettet! Endlich verheißungsvolle Mengen günstigen Erdgases aus eigenen Landen! Energie wohin das Auge blickt, dank der wundervollen Technik des Frackings! Fracking? Kennen Sie gar nicht? Dann lassen Sie mich kurz erklären.
Als Fracking wird eine Methode zur Förderung von Erdgas und Erdöl aus Gestein bezeichnet. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in das Gestein gepresst, um es aufzubrechen (daher auch der Name Fracking) und das Gas und Öl zu lösen. Tatsächlich ist diese Methodik schon gute 70 Jahre alt, allerdings erst seit wenigen Jahren wirtschaftlich zu betreiben und findet in den USA bereits Anwendung. Nun soll auch innerhalb der Europäischen Union großflächig mit dem Fracking begonnen werden. Vor allem Polen steht im Fokus. Aber auch in Deutschland haben sich Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier laut Presseberichten gestern auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der das Fracking möglich machen soll.
Wo nun das Problem sei, fragen Sie sich vielleicht. Nun, Fracking hat diverse unschöne mögliche Nebenwirkungen. Die genutzten Chemikalien im Fracking-Gemisch sind, soweit sie denn bekannt sind, zum Teil als giftig einzustufen. Ein Großteil des toxischen Cocktails wird wieder abgepumpt und muss endgelagert werden, ein zusätzliches Problem für die Umwelt. Reste des Gemisches verbleiben im Erdinneren. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass Teile der Chemikalien im Grundwasser landen. Die direkte Auswirkung würde als erstes die lokale Vegetation spüren. Eine weitere Gefahr stellt die Kontamination des Trinkwassers dar. Die Bohrungen verlaufen bis zu 1,5 km waagerecht. Wie sich die Risse ausbreiten und welche wasserführenden Schichten dabei betroffen sind, lässt sich nicht vorhersagen. Nicht zuletzt führen Fracking-Aktivitäten zu seismischen Aktivitäten in Form von lokalen Minierdbeben.
Während also die Bevölkerung diversen potentiellen Gefahren ausgesetzt wird, um auch noch den letzten Tropfen fossilen Brennstoffs aus dem Erdreich zu quetschen, reiben sich Konzerne wie ExxonMobil bereits die Hände. Konzerne, die für ihre Gewinnerwirtschaftung keinerlei Moral gegenüber der Umwelt oder der Bevölkerung zeigen, sondern die Ausbeutung im Fokus haben. Auf dieser Basis gibt es keine Diskussionsgrundlage mehr. Fracking muss gestoppt werden!
Als Piratenpartei Hessen setzen wir uns für eine nachhaltige Umweltpolitik ein und lehnen Fracking ab! Viel mehr gilt es regenerative Energieformen und die Entwicklung im Bereich der Gaserzeugung etwa aus überschüssiger Wind- und Sonnenenergie (sogenanntes EE-Gas) zu fördern, um eine umweltschonende, zukunftsträchtige und dezentrale Energiespeicherung und -gewinnung über das hervorragend ausgebaute Gasnetz in Deutschland voranzutreiben. In diesem Sinne #frackoff!
Kommentare
Spiel mit dem Feuer bzw. der
Spiel mit dem Feuer bzw. der Erde/ dem (Grund-)Wasser
Es sollte auch erwähnt werden, dass jeder Eingriff in die geologischen Strukturen ein unkalkulierbares Riskio auf Jahrtausende hin dar stellt. Wieder einmal versuchen Firmen Gewinne zu privatisieren und die Risiken/Verluste der Allgemeinheit aufs Auge zu drücken. Wie bei der absaufenden "Asse" (6+X Milliarden Euro) und anderen Sachen, bleiben Folgekosten stets am Staat hängen. Man kann nur raten/mutmassen, wer da welche Lobby-Interessen ggf. gegen entsprechende "Spenden" bedient...
Wir Hessen-Piraten sollten zum Thema Fracking am 22.3., am Tag des Wassers, Infostände machen. Da an dem WE Aufstellungsversammlung (LAV) ist, wäre das dann nach dem Motto "Themen und Köpfe" ;)
Gernot Köpke
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